Medizin und Pharmazie werden enger zusammenrücken
Neben dem bereits seit 2003 bestehenden Studium der Humanmedizin und dem 2006 eingeführten Studium der Pflegewissenschaften wird es das dritte grundständige Studium an der PMU in Salzburg sein. Das Curriculum des neuen Pharmaziestudiums wurde in Kooperation mit dem Österreichischen Apothekerverband entwickelt. „Die Pharmazie hat in vielen Bereichen Berührungspunkte mit der Humanmedizin. Die Etablierung eines Pharmaziestudiums ist ein weiterer konsequenter Schritt zu einer naturwissenschaftlich ausgerichteten  Universität“, erklärt PMU-Rektor Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch. Das Gesundheitssystem der Zukunft werde weit stärker als bisher von Multiprofessionalität geprägt sein, Medizin und Pharmazie enger zusammenrücken als bisher. Es würden sich nicht nur Synergien in den Disziplinen Pharmazie und Humanmedizin ergeben, sondern auch mit dem Bereich Pflegewissenschaften.

Verändertes Berufsbild
Wer in Österreich Pharmazie studieren möchte, hat derzeit die Wahl zwischen den öffentlichen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck. „An diesen Bildungseinrichtungen zeigt sich für Pharmaziestudenten allerdings trotz Aufnahmeverfahren und beschränkter Studienplätze ein wenig zufriedenstellendes Bild: Platzmangel bei praktischen Übungen im Labor, lange Wartezeiten für bestimmte Lehrveranstaltungen und – bedingt durch diese Unzulänglichkeiten – auch eine meist überlange Studiendauer“, erläutert Mag. Thomas Veitschegger, Vizepräsident des Österreichischen Apothekerverbandes. Die Lehrinhalte seien im internationalen Vergleich zu „chemielastig“ und entsprächen den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes nur unzureichend. Eine wirtschaftliche Grundausbildung fehlt zur Gänze. Doch die Berufsbilder von Pharmazeuten, egal ob sie in der Industrie tätig sind oder in der Apotheke, verändern sich und schließen heute auch wirtschaftliche, soziale und kommunikative Kompetenzen mit ein.

Die Besonderheiten des neuen Pharmaziestudiums
Das Curriculum orientiert sich an europäischen und angloamerikanischen Standards sowie an den Erfordernissen der Berufspraxis in allen pharmazeutischen Tätigkeitsbereichen (Apotheke, Pharmaindustrie, Forschung, Klinik, öffentlicher Dienst). Verpflichtende Praktika in diesen Tätigkeitsbereichen sind Teil des Lehrplans. Das Studium enthält zusätzlich zur eigentlichen Pharmazie berufsrelevante Inhalte wie z.B. betriebswirtschaftliche und gesundheitsökonomische Grundkenntnisse sowie sozialkommunikative Kompetenzen.
Es gibt keine Wartezeit auf Laborplätze und Praktika; alle Labors, Hörsäle und die Übungsapotheke bieten ausreichend Platz für die 50 Studierenden pro Jahr. Dadurch gibt es keine studienzeitverlängernden Wartezeiten und das Pharmaziestudium kann in nur fünf Jahren absolviert werden. In sechs Semestern erlangen die Studierenden den Bachelorgrad (180 ECTS), nach weiteren vier Semestern schließen sie mit dem Master (120 ECTS) und dem Titel „Mag. pharm.“ ab. Das 8. Semester ist das Mobilitätssemester zum Aufenthalt an Partneruniversitäten.

Der schon im Humanmedizinstudium der Paracelsus Universität bewährte Unterricht in Kleingruppen, das hervorragende Lehrenden-Studierenden-Verhältnis und ein modernes Forschungsumfeld kommen auch im Pharmaziestudium zum Tragen. Dazu wird ein Pharmazeutisches Institut samt Professur und drei Abteilungen (Abteilung für Klinische Pharmazie und Pharmazeutische Biologie; Abteilung für pharmazeutische und medizinische Chemie; Abteilung für pharmazeutische Technologie und Biopharmazie) gegründet.

Pharmaindustrie braucht gut ausgebildete Experten
„Pharmazeutinnen und Pharmazeuten von morgen müssen neben einer fundierten naturwissenschaftlichen Ausbildung auch für gesundheitsökonomische und -politische Agenden gewappnet sein. Um das dafür erforderliche Rüstzeug zu haben, bedarf es einer innovationsfreudigen und praxisorientierten Umgebung, einem hochqualitativen Forschungsumfeld, einer modernen Infrastruktur und einer Kooperation mit nationalen und internationalen Partnern“, sagt Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber. Darüber hinaus sollten Pharmazeuten über eine soziale und ethisch-moralische Kompetenz sowie über ein hohes Maß an Patienten- und Kundenorientierung verfügen. Genau diesen Zugang biete das neue Studium der Pharmazie an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg. Es bringe jene Expertinnen und Experten hervor, die das Potenzial haben, aktiv die Zukunft des Gesundheitswesens mitzugestalten.

Infrastruktur und Finanzierung
Mit dem Erwerb eines Grundstücks und einem neu zu errichtenden Gebäude am Campus der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität wird neben der bereits bestehenden Infrastruktur Raum für die notwendigen Übungsräume für Praktika aller Arten, Mikroskopie, Magistrale Rezeptur und dergleichen geschaffen, dazu Hörsäle, Gruppenräume und IT-gestützte Einrichtungen wie Lernplattformen. Die Finanzierung des Studiums erfolgt laut PMU-Kanzler Dr. Michael Nake bis zum fünften Jahr (Anlaufphase) durch die Studiengebühren in der Höhe von € 7.200,– pro Semester (10 Semester), durch eine Starthilfe des Landes Salzburg in der Höhe von € 2,0 Mio. und durch Sponsoren (Privatpersonen und Unternehmen) ebenfalls in der Höhe von zumindest  € 2,0 Mio.  Darüber hinaus hat die Stadt Salzburg für den Erwerb des Grundstücks 300.000 Euro zur Verfügung gestellt und fördert die Errichtung des Neubaus mit einer Summe von 250.000 Euro. Ab dem 5. Jahr erfolgt die Finanzierung aus den Studiengebühren sowie aus allgemeinen Mitteln der Universität, insbesondere was den Overhead betrifft. Die direkten Kosten können aus den  Studiengebühren getragen werden.

Life Science Standort Salzburg profitiert
Laut Salzburger Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer passt das moderne und international ausgerichtete Pharmaziestudium der Paracelsus Universität ausgezeichnet zum Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Salzburg. Der Life Sciences Sektor (Pharma, Biotech und Medizintechnik) sei ein Stärkefeld Salzburgs, das Zukunftspotenzial aufweise. „Neben einer hervorragenden Ausbildung an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität und auch an der Paris-Lodron-Universität im naturwissenschaftlichen Bereich haben einige Unternehmen aus Salzburg in diesem Feld international Erfolg.  Auch im Start-Up-Bereich wurden bereits einige erfolgreiche MedTech-Unternehmen gegründet“, führte Haslauer auf der Pressekonferenz aus. „Synergien werden durch das neue Pharmaziestudium noch stärker genutzt werden können und so das Thema Life Sciences weiter stärken. Daher kann mit der Mitfinanzierung aus dem Landeshaushalt eine positive Hebelwirkung erreicht werden.“

Mit dem Start des neuen Studiengangs geht die  PMU auch erneut eine Kooperation mit der Privatuniversität Schloss Seeburg ein.  Diese ist für die Durchführung der wirtschaftswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen und Soft Skills im Rahmen des Pharmaziestudiums zuständig.