“Geht es meiner Mutter gut?” Diese Frage beschäftigt Familienangehörige permanent. Familienangehörige sind mit mannigfaltigen Aufgaben des Alltags konfrontiert. Die Betreuung der Eltern stellt zusätzlich zum Privat-und Berufsleben eine Hürde dar, die es zu bewältigen gilt. Studien belegen, dass die Betreuung älterer Personen derzeit zu einem großen Teil von Familienangehörigen übernommen wird. Die damit einhergehende Überbelastung der Betreuungspersonen führt oft zu einer Verschlechterung der zwischenmenschlichen Beziehung. Das Projekt verfolgte das Ziel, sowohl technische Produkte zu entwickeln, die optimale Betreuung durch neue Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten ohne ständige Anwesenheit der betreuenden Personen gewährleisten, als auch die soziale Interaktion der älteren Personen zu unterstützen. Angehörige können so entlastet werden und die Kommunikation zwischen den älteren Personen und ihren Angehörigen freudvoller gestaltet werden. Die zu entwickelnde Technologie sollte nach den Bedürfnissen der Personen der Zielgruppe gestaltet werden.

In der 3-jährigen Projektlaufzeit wurden die Bedürfnisse Wünsche und Anforderungen der beiden Zielgruppen, ältere Personen und deren Angehörige, erforscht um diese in benutzerfreundliche Produkte zu überführen. Dabei wurden unterschiedliche Designforschungsmethoden und qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung durchgeführt, um auf breiter Basis nach Einfluss- und Ausgestaltungsfaktoren für mögliche Produkte zu suchen. Die Ergebnisse der Forschungsstudien flossen im Sinne einer holistischen Produktentwicklung in weiterführende Designkonzepte ein, bei deren Entwicklung die Aspekte soziale Verbundenheit, aktives Altern und die Stärkung der älteren Generation adressiert wurden.

Die entwickelte Lösung: RelaxedCare: A cube that cares
Die Hauptkomponente des RelaxedCare Systems ist ein Würfel der im Haushalt der älteren Person als auch der jüngeren Angehörigen steht. Am Display wird mittels Farbveränderungen der Allgemeinzustand der älteren Person angezeigt. In deren Zuhause sind intelligente Sensoren angebracht, die die entsprechenden Daten an den Würfel kommunizieren. Unterschiedliche Farben zeigen unterschiedliche Zustände an. Falls die Angehörigen nähere Informationen benötigen, können sie über die entwickelte mobile App, der zweiten Systemkomponente, detaillierte Informationen abrufen. Die dritte Komponente besteht aus einem vereinfachten Nachrichtensystem, das es erlaubt, der anderen Person etwa auf einfache Art und Weise zu vermitteln, dass man gerade an sie denkt.
Nachdem das Projekt bereits mit den AAL Publikumsaward 2015 ausgezeichnet wurde, freut sich das Projektteam nun über eine Nominierung für den ersten Active and Assisted Living (AAL) Challenge Prize, der für das beste Produkt oder die beste Idee vergeben wird, die es älteren Personen ermöglicht mittels Internetverbindung und Internet of Things (IoT) ein selbstständiges und sozial integriertes Leben zu führen.

NDU Projektleitung: Univ. Prof. (NDU) Dr. Sandra Dittenberger
NDU Senior Researcher: Mag. Andrea Koscher, MDes.

Weitere Informationen:
www.ndu.ac.at