Für die weitere positive Entwicklung der österreichischen Privatuniversitäten sind aus Sicht der ÖPUK folgende Forderungen von besonderer Bedeutung:

 

  1. Durch ihre an internationalen Standards orientierte Forschung und Lehre leisten die Privatuniversitäten einen bedeutsamen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität des Hochschulstandorts Österreich. Zur Unterstützung dieser Bemühungen wünscht sich die ÖPUK eine echte Internationalisierungsstrategie der österreichischen Bundesregierung, in der die hochschulsektorenübergreifende Anwerbung und Standortbindung von internationalen Studierenden sowie internationale Forscher*innen im Zentrum der Bemühungen steht.
  2. Die ÖPUK fordert mehr privathochschulische Expertise in wichtigen Gremien. Nach 20-jährigem Bestehen der Privatuniversitäten gibt es in Österreich zahlreiche anerkannte Expertinnen und Experten, die über ein spezielles Wissen hinsichtlich des privaten Hochschulsektors verfügen. Diese Expertise soll bei der Gremienzusammensetzung, wie z.B. im Board der AQ Austria, stärker personell berücksichtigt werden.
  3. Autonomie ist für alle Hochschulen eine grundsätzliche Voraussetzung, um in Österreich die freie Entfaltung und Entwicklung der Wissenschaft sicherzustellen. Die Gestaltungsfreiheit der Privatuniversitäten ist damit ein hohes Gut und muss gefördert werden. Akkreditierungsvorgaben betreffend Organisation und Qualitätsmanagement sollten sich an den Standards international führender Universitäten, staatlich oder privat geführt, und nicht nur am österreichischen Universitätsgesetz für staatliche Universitäten orientieren.
  4. Die Privatuniversitäten wollen keine generelle Abschaffung des Bundesfinanzierungsverbots, jedoch eine ministerielle Unterstützung ihrer Anliegen gegenüber bildungspolitischen Vertreterinnen und Vertretern in der Europäischen Union. Etwa in Hinblick auf ausländische Hochschulen, die in Österreich Studien gegen Entgelt anbieten, sollte aus Gründen des fairen Wettbewerbs die auf Homogenisierung der Akkreditierungsanforderungen in Europa  umgesetzt werden.
  5. Aufgrund des gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Beitrags von Privatuniversitäten fordern wir die konsequente Gleichbehandlung der Studierenden aller Hochschulsektoren: Die Privatuniversitäten stellen für die Republik Österreich eine enorme volkswirtschaftliche Entlastung dar. In und für Österreich werden jährlich 15.000 Studierende an Privatuniversitäten ausgebildet, für die der Bund keine Mittel bereitstellen muss! Das Studium Humanmedizin, an einer Privatuniversität angeboten, entlastet die Republik Österreich um EUR 50.000 pro Studierendem/r pro Jahr durch Eigenfinanzierung.
  6. Im Gegensatz zu Studierenden an staatlichen Hochschulen und Universitäten erhalten diese keine staatliche Subventionierung für ihr Studium. Fairer als die einseitige Subventionierung von Studierenden an staatlichen Einrichtungen wäre die Umstellung auf ein „Bildungsscheck-System“: Jeder Studierende erhält eine staatliche Ausbildungsförderung und kann sich dann entscheiden, ob er sein Studium an einer staatlichen oder privatrechtlich  organisierten Institution aufnehmen will. Aus den Ersparnissen, die sich aus der Kosteneffizienz privater Studienangebote ergibt, könnte die Republik Österreich Stipendien für sozial Bedürftige anbieten, um die soziale Durchmischung im tertiären Bildungssektor insgesamt zu erhöhen.
  7. Privatuniversitäten sind wichtiger Partner für Wirtschaft, Forschung und Kultur; sie bilden auf akademischen Niveau Professionals für die vielschichtige Arbeits- und Beschäftigungsmärkte aus. Die Studienprogramme sind breit aufgestellt und orientieren sich auch an der Nachfrage am Arbeits- und Beschäftigungsmarkt. Die ÖPUK fordert eine Anerkennung dieser Leistungen in Form einer Gleichstellung ihrer Absolventen und Absolventinnen, Berufe mit besonderen Zugangsvoraussetzungen betreffend. Zudem werden Anpassungen von Gesetzen und Verordnungen für Berufsverbände gefordert.