ÖPUK und europäischer Dachverband EUPHE setzen sich beim 7. EU-Lateinamerika-Karibik-Hochschulgipfel in Portugal für die gegenseitige Anerkennung akademischer Abschlüsse, den Abbau regulatorischer Hürden und die Gleichbehandlung öffentlicher und privater Hochschulen ein.
Die Österreichische Privatuniversitäten Konferenz (ÖPUK) und die European Union of Private Higher Education (EUPHE) begrüßen die Ergebnisse des 7. Akademischen Gipfeltreffens zwischen der Europäischen Union, Lateinamerika und der Karibik, das vom 21. bis 23. Oktober 2026 in Porto und Maia, Portugal, stattfand. Mit der Unterzeichnung der Maia-Deklaration wurde ein wichtiger Schritt zur Schaffung eines gemeinsamen Hochschul-, Wissenschafts- und Forschungsraums zwischen beiden Regionen gesetzt.
An der internationalen Konferenz nahm auch Univ.-Prof. Dr. Karl Wöber, Gründungspräsident der Modul University Vienna, ehemaliger Präsident der ÖPUK (2019–2024) und seit 2026 Präsident des europäischen Privatuniversitätenverbandes EUPHE, teil. In seinem Beitrag beschäftigte er sich mit den regulatorischen Voraussetzungen für eine stärkere internationale Hochschulintegration und der Rolle privater Hochschulen in der europäischen Hochschullandschaft.
Gemeinsamer Hochschulraum braucht gemeinsame Spielregeln
Im Mittelpunkt des Gipfeltreffens stand die Frage, wie die seit mehr als einem Jahrzehnt verfolgte Vision eines gemeinsamen Hochschulraums zwischen Europa, Lateinamerika und der Karibik in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden kann.
Wöber betonte insbesondere die Bedeutung einer stärkeren Abstimmung nationaler Hochschulregelungen, transparenter Anerkennungsverfahren und einer verbesserten Zusammenarbeit der Akkreditierungs- und Qualitätssicherungsagenturen.
„Internationale Hochschulkooperation darf nicht an unterschiedlichen nationalen Vorschriften und komplizierten Anerkennungsverfahren scheitern. Wenn wir einen gemeinsamen Hochschulraum schaffen wollen, müssen wir gegenseitiges Vertrauen in unsere Qualitätssicherungssysteme entwickeln und regulatorische Hindernisse konsequent abbauen. Entscheidend ist, dass Studierende und Hochschulen die Vorteile der internationalen Zusammenarbeit auch tatsächlich nutzen können“, so Wöber.
Private Hochschulen als unverzichtbare Partner der Internationalisierung
Ein besonderes Anliegen von EUPHE und ÖPUK ist die gleichberechtigte Einbindung akkreditierter privater Hochschulen in internationale Bildungs- und Forschungsinitiativen.
Private Universitäten leisten einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt, Innovationskraft und Internationalisierung der europäischen Hochschullandschaft. Sie entwickeln neue Studienangebote, pflegen internationale Partnerschaften und reagieren flexibel auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen.
Dennoch bestehen in verschiedenen europäischen Ländern weiterhin regulatorische Unterschiede und Zugangsbeschränkungen, die private Hochschulen bei der Teilnahme an öffentlichen Förderprogrammen, internationalen Forschungsprojekten oder Mobilitätsinitiativen benachteiligen können.
„Die Qualität einer Universität darf nicht davon abhängen, ob sie sich in öffentlicher oder privater Trägerschaft befindet. Entscheidend sind die akademischen Leistungen, die Qualität der Forschung und Lehre sowie die Einhaltung anerkannter Akkreditierungsstandards. Akkreditierte Privatuniversitäten müssen daher die gleichen Chancen erhalten, an internationalen Hochschulkooperationen teilzunehmen“, unterstreicht Wöber.
Diese Forderung entspricht auch den Zielsetzungen der EUPHE Paris Declaration 2026, mit der sich der europäische Dachverband für institutionelle Vielfalt, faire Wettbewerbsbedingungen und eine stärkere Einbindung privater Hochschulen in die europäische Hochschulpolitik einsetzt.
Wichtige Impulse auch für österreichische Privatuniversitäten
Für die österreichischen Privatuniversitäten ist die internationale Zusammenarbeit von besonderer Bedeutung. Ihre Studienangebote sind vielfach international ausgerichtet, zahlreiche Programme werden in englischer Sprache angeboten, und Studierende sowie Lehrende kommen aus unterschiedlichen Ländern.
Die ÖPUK sieht daher insbesondere in folgenden Bereichen Handlungsbedarf:
- Gegenseitige Anerkennung akademischer Qualifikationen: Studienabschlüsse und Studienleistungen sollen international einfacher und transparenter anerkannt werden.
- Zusammenarbeit in Akkreditierung und Qualitätssicherung: Nationale Qualitätssicherungsagenturen sollen ihre Zusammenarbeit intensivieren und die gegenseitige Anerkennung von Qualitätsstandards erleichtern.
- Förderung internationaler Mobilität: Administrative und regulatorische Hindernisse für Studierende, Lehrende und Forschende, insbesondere was die Verfahren zur Erlangung eines Visums betrifft, sollen reduziert werden.
- Erleichterung gemeinsamer Studienprogramme: Internationale Joint- und Double-Degree-Programme sollen durch kompatiblere rechtliche Rahmenbedingungen unterstützt werden.
- Gleichbehandlung akkreditierter Hochschulen: Öffentliche und private Hochschulen sollen bei internationalen Kooperations- und Fördermöglichkeiten nach denselben Qualitätskriterien beurteilt werden.
Maia-Deklaration unterzeichnet: Ein Signal für die internationale Hochschulintegration
Mit der Unterzeichnung der Maia-Deklaration zum Abschluss des Gipfeltreffens wurde die Absicht bekräftigt, einen gemeinsamen Hochschul-, Wissenschafts-, Technologie- und Innovationsraum zwischen der Europäischen Union, Lateinamerika und der Karibik weiterzuentwickeln.
Die Deklaration soll auch in die politischen Beratungen des 30. Iberoamerikanischen Gipfels 2026 in Madrid und des 5. CELAC-EU-Gipfels 2027 in Brüssel einfließen.
Die ÖPUK und EUPHE begrüßen diese Initiative ausdrücklich. Beide Verbände sehen darin eine Chance, die internationale Hochschulzusammenarbeit auf eine breitere institutionelle Grundlage zu stellen und den Austausch von Studierenden, Forschenden und wissenschaftlichen Erkenntnissen nachhaltig zu fördern.
„Mit der Maia-Deklaration wurde ein wichtiges politisches Signal gesetzt. Jetzt kommt es darauf an, den Absichtserklärungen konkrete Maßnahmen folgen zu lassen. Ein gemeinsamer Hochschulraum wird erst dann Realität, wenn akademische Qualifikationen leichter anerkannt werden, gemeinsame Studienprogramme einfacher umgesetzt werden können und alle qualitätsgesicherten Hochschulen gleichberechtigt daran mitwirken dürfen“, erklärt Wöber abschließend.
Über die Österreichische Privatuniversitäten Konferenz (ÖPUK)
Die Österreichische Privatuniversitäten Konferenz (ÖPUK) ist die Interessenvertretung der österreichischen Privatuniversitäten. Sie setzt sich für die Weiterentwicklung des privaten Hochschulsektors, hohe Qualitätsstandards, institutionelle Vielfalt und geeignete rechtliche Rahmenbedingungen ein. Darüber hinaus fördert sie die Zusammenarbeit ihrer Mitgliedsuniversitäten sowie deren nationale und internationale Vernetzung.
Weitere Informationen: www.oepuk.ac.at
Über die European Union of Private Higher Education (EUPHE)
Die European Union of Private Higher Education (EUPHE) vertritt als europäischer Dachverband die Interessen privater und unabhängiger Hochschulen. Sie engagiert sich auf europäischer Ebene für faire Rahmenbedingungen, akademische Qualität, institutionelle Vielfalt und die gleichberechtigte Teilnahme privater Hochschulen an europäischen Bildungs-, Forschungs- und Mobilitätsprogrammen.
Weitere Informationen: www.euphe.eu
Über den EU-Lateinamerika-Karibik-Hochschulgipfel
Der 7. EU-Lateinamerika-Karibik-Hochschulgipfel fand vom 21. bis 23. Oktober 2026 an der University of Maia und der Portucalense University in Portugal statt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Permanent Academic Forum LAC–EU gemeinsam mit dem portugiesischen Verband privater Hochschulen APESP und den gastgebenden Universitäten.
Die Gipfeltreffen finden seit 2013 statt und verfolgen das Ziel, die wissenschaftliche und akademische Zusammenarbeit zwischen Europa, Lateinamerika und der Karibik zu vertiefen.
Weitere Informationen: www.fap-alc-ue.com
Foto: EU-Lateinamerika-Karibik-Hochschulgipfel_Panel1 © Gaby