Zehn Jahre ist es nun her, dass Österreichs erstes ganzheitlich auf Jazz, Popular- und Medienmusik spezialisiertes Musikkonservatorium, das JAM MUSIC LAB, entstand. 2017 wurde es zur Privatuniversität. Heute ist das JAM MUSIC LAB nicht nur Universität, sondern auch Förderer der Musikschaffenden mit erstklassigen Wettbewerbskooperationen.

Bereits zum zweiten Mal veranstaltete das JAM MUSIC LAB in Zusammenarbeit mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien (RSO) den Kompositionswettbewerb „Spheres of a Genius“. Er feierte 2017 anlässlich des 100. Geburtstages des legendären Jazzpianisten und -komponisten Thelonious „Sphere“ Monk Premiere. Der zweite Bewerb ist nun ein Tribut an Leonard Bernstein. Mit Wien verband Bernstein ein ambivalentes Verhältnis. Es war durch eine enge Zusammenarbeit mit den Künstlern und Orchestern der Stadt geprägt und stand im gleichzeitigen Bewusstsein der NS-Vergangenheit des Landes. Die einzigartige Musiksprache des Komponisten Bernsteins überwand stilistische Barrieren und involvierte insbesondere Elemente des Jazz und jazzverwandter Musik. Diese aus heutiger Sicht und im Lichte Bernsteins kompositorischer Arbeit hörbar zu machen, war die Anforderung des Wettbewerbes.

Christoph Cech, Professor an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz, folgt heuer als Gewinner dem Preisträger aus 2017, dem US-amerikanischen Komponisten und Grammy-Preisträger John Beasley. Das nun preisgekrönte Werk „And Now The News In Different Languages“ verbindet auf beeindruckende Weise die stilistischen Impulse Bernsteins mit der anspruchsvollen und Cech eigenen Musiksprache im Einfluss des Jazz und komponierter Musik des 21. Jahrhunderts. Das Werk überzeugte die international hochrangig besetzte Jury und wird am 8. Oktober 2021 im Konzerthaus Wien mit dem RSO unter der Leitung von Chefdirigentin Marin Alsop uraufgeführt, vom ORF aufgezeichnet sowie in Ö1 gesendet. Der erste Preis ist mit einem Preisgeld von 5.000 Euro dotiert.

Der zweite Preis (3.000 Euro) geht an den Rumänen Florin Gorgos, die dritten Preise (2.000 Euro) konnten die US-Amerikaner Gabriel Evens und Adam Jones sowie der Ukrainer Dmytro Malyi für sich entscheiden.

Die Jury bestand aus Marin Alsop (Chefdirigentin RSO), Christoph Becher (Geschäftsführer RSO), Bill Dobbins (Komponist, Eastman School of Music) und Marcus Ratka (Komponist, Rektor JAM MUSIC LAB).

Spheres of a Genius: Christoph Cech, Komponist und Professor
1960 in Wien geboren, begann „Spheres of a Genius“-Gewinner Cech bereits im Alter von sieben Jahren mit Studien, unter anderem in Klavier und Schlagwerk am Konservatorium Wien. Seit 1977 ist er Mitbegründer, Pianist und Komponist in zahlreichen, im Spektrum des experimentellen Jazz angesiedelten Ensembles, war künstlerischer Leiter des Grabenfestes der Österreichischen Beamtenversicherung und des „JIMS Stadtpfeifer“-Kompositionswettbewerbes. Seit 1993 ist er als Dozent, Lehrbeauftragter und Institutsleiter an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz tätig. 2004 folgte die Habilitation zum Universitätsprofessor im Fach Jazzkomposition. Cech wirkt seit 1985 in diversen Kompositionen und Aufführungen mit und publiziert seit 1988 zahlreiche CDs und LPs.

„Als Künstler baute Bernstein Brücken. In der Musikstadt Wien brachten seine Intelligenz, sein Charme, sein Witz und sein untrügliches musikalisches Gespür Menschen zusammen – Musikerinnen und Musiker sowie Musikliebhaberinnen und -liebhaber gleichermaßen. Er vermittelte zwischen verschiedenen musikalischen Welten und prägte einen ‚klassischen‘ Klang, der zu seinem Markenzeichen wurde“, sagt Marcus Ratka, Gründer des Wettbewerbes „Spheres of a Genius“.

Weitere Informationen auf jammusiclab.com und spheresofagenius.com