Es gibt Abende, an denen Musik nicht einfach erklingt, sondern eine Haltung einnimmt. Das Orchesterkonzert der Joseph Haydn Privathochschule am 7. Mai in Raiding wird kein bloßes Abspielen eines Programms, sondern ein künstlerisches Statement zwischen Erinnerung, Gegenwart und Hoffnung.
Die Luft in Raiding wird an diesem frühen Maiabend eine besondere Spannung tragen. Wenn das Orchester der Joseph Haydn Privathochschule im Liszt Zentrum konzertiert, ist es mehr als nur ein Konzert für den Frieden – es ist ein lebendiger Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dirigiert wird das Orchester vom renommierten schwedischen Maestro Ola Rudner, der schon im Vorjahr beim Friedenskonzert brilliert hat.
Haydn im Liszt Zentrum
Programm und Datum sind bewusst gewählt: am 8. Mai 1945 ging der 2. Weltkrieg in Europa zu Ende, am 9. Mai wird der „Europatag“ begangen. Im Mittelpunkt des Konzertes steht die berühmte Feuervogel-Suite von Igor Strawinsky in der Fassung von 1945. Diese Musik gilt als richtungweisend nach dem kulturellen wie humanen Kahlschlag des Krieges. Mit dieser Ballett-Musik „Der Feuervogel“ wurde der junge Igor Strawinsky als 27-jähriger Komponist international bekannt.
Weiters am Programm: Die Sinfonie Nr. 101 in D-Dur von Joseph Haydn im Jahr 1794. Das Werk gehört zu den berühmten Londoner Sinfonien und zeigt Haydn am Höhepunkt seiner kompositorischen Tätigkeit. Unvergleichlich, wie er das Ticken einer Uhr im langsamen Satz verarbeitet, was der Symphonie auch diesen Beinamen gebracht hat.
Das dritte Stück, „Armonica“ ist ein Konzert für Glasharmonica und Orchester, komponiert von Jörg Widman. Als Solistin agiert Christa Schönfeldinger, die auch die Widmungsträgerin dieser farbenvollen Komposition ist.
Geschäftsführer Michael Gerbavsits: „Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, dass Kunst und Kultur Flagge zeigen und an historisch bedeutende Ereignisse erinnern. Die Joseph Haydn Privathochschule will mit diesem Konzert ein Zeichen für Frieden und Menschlichkeit setzen und auf das Friedensprojekt Europa verweisen“.
JHP-Rektor Gerhard Krammer: „Die Joseph Haydn Privathochschule versteht sich als Ort, an dem junge Musikerinnen und Musiker aus aller Welt zusammenkommen, um zu musizieren, zu lernen und zu forschen. Dass unser Haus seine künstlerische Arbeit nicht im Elfenbeinturm, sondern mitten in gesellschaftlichen Fragen verortet, ist unser legitimer Anspruch.“
7. Mai 2026, 18 Uhr, Liszt Zentrum Raiding, Eintritt freie Spende
Anmeldung unter anmeldung@jhp.ac.at oder 02682/63734.
Foto: Perfekte Symbiose: Dirigent Ola Rudner und das Orchester der Joseph Haydn Privathochschule. Zu hören am 7. Mai im Liszt Zentrum in Raiding. © JHP