Nur wenige Wochen nach der erfolgreichen Reakkreditierung freut sich die Gustav Mahler Privatuniversität für Musik (GMPU) über einen weiteren wichtigen Meilenstein ihrer Entwicklung. Ab dem Wintersemester 2026/2027 bietet die GMPU die Möglichkeit eines Doktoratsstudiums im Bereich „Artistic Research“ an. Die zuständige Akkreditierungsstelle “AQ Austria“ bestätigte den Antrag der GMPU auf ein sechssemestriges PhD-Studium in ihrer Board-Sitzung vom 29. Jänner 2026.
„Damit verfügt unser Bundesland neben der Universität Klagenfurt nun über eine zweite Volluniversität. Das ist eine große Auszeichnung und ein großer Reputationsgewinn für Kärnten als Bildungsstandort.“, zeigt sich Universitätsratsvorsitzender Peter Kaiser begeistert. „Mit diesem Dokoratsstudium stärken wir die internationale Reputation und Wettbewerbsfähigkeit der GMPU im Konzert der Universitäten. Sie steigt in ihrer Attraktivität für Studierende, aber auch für weitere universitäre Kooperationen.“
Doktoratsakkreditierung in Rekordzeit
Der Schritt ins Doktoratsstudium ist der GMPU in Rekordzeit gelungen, er erfolgt nur sieben Jahre nach Universitätsgründung. „Entscheidend dafür war, dass wir vom ersten Tag an gemeinsam mit dem Universitätsrat die Entwicklung eines Doktoratsstudiums strategisch verfolgt und vorangetrieben haben“, erklärt Universitätsrektor Roland Streiner. Dabei waren auch die im Reakkreditierungsprozess gewonnenen Erkenntnisse von hoher Bedeutung.
Erster PhD-Abschluss voraussichtlich 2029
Die Anmeldung für das neue Doktoratsstudium startet in den kommenden Wochen und richtet sich an Studierende der GMPU, es steht aber auch Studierenden anderer Universitäten offen, sich zu bewerben. Die Studiendauer beträgt sechs Semester, das erste „Musikdoktorat“ könnte somit im Jahr 2029 verliehen werden. Im ersten Studienjahr werden maximal sechs PhD-Studierende aufgenommen. Die Höhe der Studiengebühren wird in den kommenden Wochen durch den Universitätsrat festgelegt.
Für das neue Doktoratsstudium wurden In den vergangenen Jahren innerhalb der GMPU die notwendigen Voraussetzungen geschaffen. Dazu wurde die Forschung sowohl personell als auch institutionell konsequent aufgebaut. Derzeit arbeiten knapp 20 Wissenschafter*innen an der GMPU und forschen gegenwärtig in 15 nationalen und internationalen Projekten. „Die Forschung wirkt in die gesamte Universität. Sie ist von Studienbeginn an integraler Bestandteil der Ausbildung – vom Bachelor- über das Masterstudium hin in die wissenschaftliche Forschung im Rahmen des Doktoratsstudiums“, führt Vizerektorin Annemarie Podesser aus.
Doktoratsstudium Artistic Research
Künstlerische Forschung (Artistic Research) ist ein eigenständiger Weg der Wissensgewinnung – weder klassische Wissenschaft noch bloße Kunstpraxis, sondern ein drittes Feld, das sich einer breiten Palette von Forschungsmethoden bedient. mit eigener Logik. Im Zentrum steht das künstlerische Tun selbst: Komponieren, Proben, Interpretieren, Gestalten oder Aufführen werden zur Forschungsmethode und zugleich zum Ort der Erkenntnis.
Anders als die traditionelle Musikwissenschaft, die Musik von außen analysiert – etwa durch die Untersuchung einer Symphonie von W. A. Mozart –, entsteht Wissen hier im künstlerischen Prozess. Artistic Research stellt dabei bewusst Fragen an das eigene Handeln: Was tue ich? Warum tue ich es so? Was entsteht daraus? Diese Fragen werden nicht nur reflektiert, sondern auch systematisch dokumentiert.
Dabei geht es um mehr als sprachlich formulierbares Wissen. „Wir wissen mehr, als wir sagen können“: Man kann Fahrrad fahren, ohne erklären zu können, wie man das Gleichgewicht hält, oder einen Ton schön singen, ohne alle beteiligten Muskeln benennen zu können. Dieses „stille Wissen“ ist real und wirksam. Artistic Research macht es durch künstlerische Praxis sichtbar, hörbar und teilbar – in Klängen, Bewegungen und Strukturen.
Festakt am 10. März 2026
Anlässlich der Doktoratsakkreditierung findet am 10. März 2026 im Konzerthaus Klagenfurt ein Festakt statt, an dem unter anderem die Rektorin der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Mag.a art Dr.in Ulrike Sych sowie die Rektorin der Universität Klagenfurt, Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Ada Pellert teilnehmen werden. Eingeladen werden Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft.
Forschungs- und Kooperationsprojekt „Cosìfuntutte“ im Landesmuseum Kärnten
Vom 3. bis zum 15. Februar 2026 wird das Kooperationsprojekt der Akademie der Schönen Künste Venedig und der Gustav Mahler Privatuniversität für Musik, Klagenfurt in der Center Stage des k.m. (Landesmuseums Kärnten) präsentiert. Die immersive Installation, inspiriert von Mozarts „Così fan tutte“ widmet sich unter Verwendung historischer Archiv- Materialien der Exploration der Auswirkungen „ethischer“ KI.
Das musikalische Material von Mozarts Werk, fragmentiert und neu geordnet, wird mithilfe von Algorithmen bearbeitet, die Klangfarbe, Raum und Resonanz beeinflussen. Dieses Material, eigens von der Gustav Mahler Privatuniversität für Musik aufgenommen, bewahrt seinen Bezug zu Mozarts Komposition und präsentiert es in einem neuen Wahrnehmungskontext, der eher einer sich wandelnden Landschaft als einer Arienfolge gleicht.
Die Kuratierung erfolgt durch die Akademie der Schönen Künste Venedig gemeinsam mit führenden nationalen und internationalen Institutionen, unter der Koordination des Konservatoriums Castelfranco und in enger Zusammenarbeit mit der Gustav Mahler Privatuniversität für Musik, Klagenfurt (GMPU), vertreten durch Univ.-Prof. Dr. Hanns Holger Rutz (Artistic Research).
Foto (v.l.n.r.): Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser, Vizerektorin Univ. Prof. Mag. Annemarie Podesser, Rektor Mag. Roland Streiner © LPD Kärnten/Handler