Forschung für sicheres Trinkwasser: VIWA 2020+ bringt internationale Spitzenforschung in die Praxis

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Neuer ÖWAW-Themenband macht innovative Forschung für die im D-A-CH Raum zugänglich

Wien/Krems, Juni 2026 – Wien zählt international zu den Vorzeigestädten in der Trinkwasserversorgung: Rund zwei Millionen Menschen werden täglich mit hochwertigem Wasser vorwiegend aus alpinen Quellen versorgt. Doch Klimawandel, Bevölkerungswachstum und globale Veränderungen stellen auch etablierte Systeme vor neue Herausforderungen.

Genau hier setzt die Forschungskooperation „Vienna Water Resource Systems 2020+ (VIWA 2020+)“ an. Gemeinsam arbeiten die Stadt Wien – Wiener Wasser und das Interuniversitäre Kooperationszentrum für Wasser und Gesundheit (ICC Water & Health) daran, die wissenschaftlichen Grundlagen für eine sichere Trinkwasserversorgung der Zukunft zu schaffen.

Mit dem kürzlich veröffentlichten Themenband „Forschung für sicheres Trinkwasser“ in der Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaft (ÖWAW) werden zentrale Ergebnisse der Kooperation erstmals gezielt für die Praxis der Wasserwirtschaft im D-A-CH Raum aufbereitet.

Von der Forschung zur Anwendung – ein Modell mit Vorbildcharakter

VIWA 2020+ gilt als Modellbeispiel für die erfolgreiche Verbindung von international sichtbarer Grundlagenforschung und praktischer Anwendung. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse im Sinne translationaler Forschung direkt in Planung und Betrieb der Wiener Wasserversorgung zugänglich zu machen und so faktenbasierte Entscheidungen zu unterstützen.

Getragen wird die Kooperation vom ICC Water & Health, einer interuniversitären Plattform der Technischen Universität Wien, der Medizinischen Universität Wien und der Karl Landsteiner Privatuniversität (KL Krems), in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Wien – Wiener Wasser.

Im interdisziplinären Zusammenspiel von Life Sciences, medizinischen Wissenschaften und Ingenieurwesen werden moderne Methoden aus Mikro- und Molekularbiologie, Umweltanalytik on-site Sensorik, Datenmodellierung und KI in das Management der Wasserversorgung integriert. Dadurch können Veränderungen der Wasserqualität frühzeitig erkannt und adressiert werden.

Im Fokus stehen wissenschaftliche, technologische und regulatorische Fragestellungen sowie globale Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcendruck und Bevölkerungswachstum, um eine langfristige Versorgung mit sauberem und sicherem Trinkwasser zu gewährleisten.

Langfristige Forschung für nachhaltige Lösungen

Die Kooperation ist bewusst langfristig angelegt (2021–2029), um Innovationen von der Idee bis zur praktischen Umsetzung zu entwickeln. Grundlage dafür ist ein von Prof. Andreas Farnleitner, Leiter des KL Fachbereichs Wasserqualität und Gesundheit, etabliertes und innovatives Finanzierungsmodell: die „duale Forschungsfinanzierung“.

Dabei werden einerseits kompetitive Mittel für die Grundlagenforschung aus definierten Interessensgebieten eingeworben (z. B. FWF-, FFG- oder EU-Projekte), während praxisnahe Fragestellungen direkt durch die Stadt Wien – Wiener Wasser unterstützt werden. Dieses Modell ermöglicht sowohl wissenschaftliche Exzellenz – bereits sieben Doktorandinnen und Doktoranden wurden erfolgreiche ausgebildet (weitere folgen laufend) – als auch unmittelbare Anwendbarkeit. Damit trägt VIWA 2020+ wesentlich dazu bei, die nächste Generation von Expert:innen sowohl für die Wasserwirtschaft als auch für die Wasserhygiene zu entwickeln.

ÖWAW-Themenband: Forschung verständlich für die Praxis

Der neue ÖWAW-Themenband baut auf dem erfolgreichen VIWA MidTerm-Symposium 2025 auf, bei dem am 19. Mai 2025 rund 130 Vertreter:innen aus Wissenschaft, Verwaltung, Politik und Wasserwirtschaft teilnahmen. Unter dem Motto „Unser Trinkwasser – ein Wissensaustausch zur Halbzeit“ präsentierten die Partnerinnen und Partner der Forschungskooperation Vienna Water Ressource Systems 2021–2029 erste vielversprechende Zwischenergebnisse und gaben Einblicke in die Aktivitäten für die zweite Halbzeit.

Für den aktuellen ÖWAW-Themenband stehen nun sieben international begutachtete wissenschaftliche Arbeiten sowie das Editorial im Fokus, die speziell für die Praxis der Wasserwirtschaft übersetzt und zugänglich gemacht wurden. Alle sieben Beiträge sind auf der ÖWAW-Springer-Website frei zugänglich (Open Access, März/April 2026): https://link.springer.com/journal/506/volumes-and-issues/78-5

Die Beiträge spiegeln die vier zentralen Themenfelder („FOUR CHANGES“) wider:

  • Global Change – Auswirkungen von Klimawandel und globalen Entwicklungen
  • Technology Change – neue technologische Lösungen für die Wasserwirtschaft
  • Regulation Change – veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen
  • Analysis Change – Fortschritte in Analytik, Modellierung und künstlicher Intelligenz

Internationale Sichtbarkeit und nationale Verankerung

Die hohe Qualität der Forschungsarbeiten zeigt sich auch in ihrer internationalen Präsenz: Ergebnisse aus VIWA 2020+ werden regelmäßig in führenden qualitätsgesicherten wissenschaftlichen Journalen und Fachkonferenzen präsentiert, darunter internationale Weltwasserkonferenzen sowie spezialisierte Symposien im Bereich Wasser und Gesundheit. Auch 2026 wird die Kooperation mit mehreren Beiträgen bei der Weltwasserkonferenz in Glasgow vertreten sein.

Gleichzeitig erfolgt eine enge Verankerung im nationalen Kontext: Ergebnisse werden laufend bei österreichischen Fachveranstaltungen und Symposien präsentiert und mit relevanten Akteur:innen aus Praxis und Verwaltung diskutiert.

Gemeinsame Finanzierung

Die Forschungskooperation wird einer Grundfinanzierung durch die Stadt Wien – Wiener Wasser sowie kompetitiv eingeworbenen Projektmitteln in mindestens der gleichen Höhe durch das ICC W&H finanziert. Insgesamt konnten bisher 10 Grundlagenforschungsprojekte beigesteuert werden, darunter 3 FWF, 1 WWTF, 2 EU und 2 FFG Projekte.

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